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Astronomisches zur Zeitenwende um das Jahr 2012

Was am 21.12.2012 passieren sollte, dafür gab es die verrücktesten Thesen. Von einem Eintritt in die nächste Dimension wurde hier gerne gesprochen, von einer neuen Stufe der Menschheitsentwicklung, aber auch von der Wiederkehr Außerirdischer oder einer Art göttlichem Strafgericht, bei dem die Menschheit durch das schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße gesogen werden sollte und nur diejenigen überleben würden, die sich durch spirituelle Arbeit, Meditation oder ein besonders frommes Leben als würdig erwiesen. Andere behaupteten, ein Planet namens Nibiru würde in gefährliche Nähe der Erde geraten, der Polsprung würde stattfinden, es gäbe extrem viele Sonnenflecken. All dies ist natürlich nicht passiert, war auch schon vorher klar.

Ein paar astronomische Fakten zu einer möglichen Zeitenwende um das Jahr 2012 gibt es dennoch.

Erstens: Der ursprünglich auf astronomischen Gegebenheiten basierende, daran anknüpfend dann aber auf numerologischen Zahlenfolgen aufgebaute Maya-Kalender hat am 21.12.2012 seine „lange Zählung“ von 5125 Jahren beendet- wobei auch dieses Datum unter Experten umstritten ist.

Zweitens: In den Jahrzehnten um das Jahr 2000 befindet sich die Sonne zur Wintersonnenwende von der Erde aus betrachtet ungefähr dort, wo die Ekliptik einerseits und das Band der Milchstraße andererseits sich überschneiden. Dabei zeigt die aufgrund der Präzession in knapp 26000 Jahren einmal im Kreis taumelnde Erdachse derzeit mit ihrem Südpol ähnlich einem Taktstock in Richtung dieses Schnittpunktes. Allerdings zeigt sie nicht im 90°-Winkel dorthin, sondern lediglich mit der ihr eigenen Neigung von ca. 23,5°. In der Nähe des besagten Schnittpunktes befindet sich von der Erde aus betrachtet außerdem immer das Zentrum der Milchstraße, in dem ein schwarzes Loch enthalten ist.

Richtig ist also, dass sich derzeit und auch im Jahr 2012 die Sonne zur Wintersonnenwende ziemlich genau am Schnittpunkt der Sonnenbahn mit der Ebene der Milchstraße befindet, von der Erde aus betrachtet. Das sieht dann im Prinzip so aus wie auf dem Titelbild oben dargestellt.

Da es sich bei der Wintersonnenwende um einen wichtigen Punkt auf der Ekliptik handelt, während die Ebene der Milchstraße die nächst höhere Umlaufbahn, nämlich die der Sonne um das Zentrum der Milchstraße anzeigt – ist das Zusammentreffen der beiden astronomischen Ebenen auf einem jahreszeitlichen Wendepunkt tatsächlich ein besonderes Ereignis. Ob es eine große Zeitenwende anzeigen kann, bleibt zu prüfen, mag aber logisch sein, wenn wir gelernt haben, das Wirken von Synchronizität zu verstehen. Schließlich kommt es nur ein Mal in ungefähr 26000 Jahren vor, dass ein derartiges Zusammentreffen erreicht wird. Schauen wir spaßeshalber, was vor ungefähr 26000 Jahren mit der Menscheit los war, können wir immerhin feststellen, dass damals der Neandertaler ausstarb.

Das exakte Zusammentreffen der beiden wichtigen Bahnpunkte war diesmal übrigens in den 1990er Jahren und nicht 2012. Aber in einem Zyklus von 26ooo Jahren kommt es kaum auf Jahrzehnte an.

Die Bedeutung der Zeitenwende

Betrachten wir den optischen Knotenpunkt der beiden Umlaufbahnen (der Erde um die Sonne und der Sonne um das Galaktische Zentrum) einfach mal als eine Art Anzeiger für Zeitalter, der durch den Tierkreis wandert, müssten wir uns in den vergangenen ca. 2150 Jahren übrigens in einem Schütze-Zeitalter befunden haben. Das passt ziemlich gut, denn kaum ein Zeitalter zuvor ist einhergegangen mit so viel Wachstum, Vermehrung, Missionierungsdrang und der Durchsetzung von Ideologien mit Feuer und Eifer wie dieses, das sich außerdem durch Maßlosigkeit und optimistische Selbstüberschätzung ausgezeichnet hat, wobei sich der Mensch beinahe gottgleich und verschwenderisch die Erde untertan gemacht hat. Positiv an dieser Phase war natürlich der Aspekt des geistigen Wachstums, der allgemeinen Bildung, der großen Reisen und der neuen Völkerverständigung mit entstehender Globalisierung. Diese Phase hat derzeit ihren Höhepunkt erreicht.

Nun befindet sich der wichtige Knotenpunkt jedoch im Bereich der Wintersonnenwende, auf dem Übergang in das Zeichen Steinbock, was zunächst zu einer Krise führen kann, dann aber auch zur Konzentration auf das Wichtige, der Verantwortung füreinander, der Landung auf dem Boden der Tatsachen, der Beschränkung, des bewussten Umgangs mit den Erdressourcen, der Qualität anstelle der Quantität. Es dürfte ein Zeitalter der Sparsamkeit und der Vereinfachung, der Ehrlichkeit und Wahrheit bevorstehen. Dabei ist die Wintersonnenwende einerseits der dunkelste Tag im Jahr, andererseits aber auch der Tag, an dem die Sonne „wiederkehrt“, weswegen er in vielen Kulturen dieser Welt eine große Bedeutung hat. Die Wintersonnenwende an einem astronomisch bedeutsamen Punkt kann daher für den Beginn eines neuen Weltenjahres stehen. Dabei muss der moderne Mensch natürlich nicht gleich aussterben wie der Neandertaler, aber es könnte sich eine andere Art des Menschseins durchsetzen, vielleicht eine, für die „globale Verantwortung“ eine selbstverständliche Lebensgrundlage ist. Zumindest aber dürfte der ehrliche, sich auf das Wesentliche beschränkende Steinbock für ca. 2150 Jahre bestimmend sein, denn so lange befindet sich der Schnittpunkt der beiden Umlaufbahnen in diesem Zeichen.

Zu berücksichtigen ist außerdem, dass mit dem Eintritt des Galaktischen Knotenpunktes in den Steinbock der gegenüberliegende Knoten in den Krebs gewandert ist. Wir müssten also von ca. 150 v. Chr. bis vor kurzem zusätzlich zum Schütze- auch in einem Zwillinge-Zeitalter gewesen sein. In der Tat ist dieses Zeitalter geprägt gewesen von einer Zwillinge/Schütze-Spannung: einem Widerstreit von Wissenschaft und Religion, der bis zum heutigen Tag andauert. Die Zwillinge-Seite dieses Zeitalters hat dabei weltweiten Handel, viele Entdeckungen, Erfindungen und neue Kenntnisse mit sich gebracht, von weiterentwickelten Kommunikationstechniken wie Papierherstellung und -druck bishin zum Web. Der Zwillinge-Seite dieses Zeitalters haben wir außerdem die Alphabetisierung, aber auch die Instrumentalisierung und Verwertung der Welt sowie die Ausbreitung des Geldes zu verdanken.

In der momentanen, großen Wendezeit auf 0° Krebs / 0° Steinbock werden wir also dazu aufgefordert, innezuhalten, zur Besinnung zu finden, das wirklich Wichtige zu erkennen und vielleicht auch wieder etwas langsamer zu werden, mehr auf die Seele als auf das Geschäft zu achten, die wahren Werte zu erkennen und Verantwortung für unser Handeln zu übernehmen. Wir dürften uns also in einer großen, lang andauernden Reformation befinden, durchaus wörtlich genommen als Zurückbesinnung auf die natürliche Form und die wirklichen Gesetze unseres Planeten.

(c) Christine Keidel-Joura

Literaturhinweis: Kritik der astrologischen Vernunft, Dieter Koch, Verlag der Häretischen Blätter

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